Little Cow – I´m in Love with every Lady – Presse

 

REVIEW: Little Cow @ TRUST

Meist äußerst gut gelaunte Mixtur aus Ungarn, irgendwo zwischen Gypsy-Klängen, westlichem Pop und dem im Osten immer gern genommenen Ska. Zusätzlicher Exotik-Bonus durch ungarischen Gesang. Nett.

(Eastblok/Indigo)

(Ausgabe 123)

Kistehén (melodie & rhythmus, Sept. 08)

Übersetzt heißt die Band Kleine Kuh. benannt nach der bekannten Märchenfigur im ungarischen Fernsehen, die vom Sänger und Gitarristen László Kollár kreiert wurde. Während andere Gruppen eher westliche Elemente kopieren, bringen sie viel aus der ungarischen Volksmusik ein. Mit dieser geschickten Mischung aus Rock und ,,Folkkitsch“ gelang ihnen zuerst in Westeuropa und den USA der Durchbruch. Ihre westeuropäische Erfolgsstory setzte sich mit der Veröffentlichung ihres Erfolgsalbums ,,I Am In Love With Every Lady“ beim Berliner Label Eastblok Music durch. Zunächst wurde ihr Hit „Cyber Boy“ von ungarischen Radiostationen wegen des alternativen Einschlags abgelehnt. dann räumte die Band dafür alle erdenkbaren Musikpreise ab. „Wir spielen eine offene Musik, die versucht, eine Balance zwischen Pop- und Alternativmusik zu halten“, sagt Laszlo. Dabei integriert die Band ebenso Klänge der Zigeuner- und Volksmusik, Ska-, Brass- und Dance-Rhythmen.

LITTLE COW (Renfield Nr.18, April 2008)

Little Cow -I’m in Love with Every Lady

Kleine Kühe, die alle Frauen lieben. Mal rockig, mal walzig, mal Ungarisch, mal Englisch, mal akustisch, mal elektrisch mit 90er Jahre Grunge Sound – dafür aber mit Drive! Stilistisch schwer einzuordnen rockt die ungarische Gruppe „Little Cow“ mit ihrem Album „I’m in Love with Every Lady“. Angeführt von Laci Kollars heller Stimme wechseln sich in Liedern wie dem erwähnten Titellied sanfte Partien mit einem Feuerwerk von Instrumenten (u.a. Akkordeon, Bläser, Streicher, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Perkussion) ab. Oder ein Streichquartett begleitet im sanften 6/8 Takt im Lied „The Chocky is Melting“. Oder leichter Skarhythmus mit Blechbläsern neben arpeggierten Stahlseitengitarre in „Ne EngeDJ El Sohasem“, oder ein Kinderchor, oder, oder… Die Band beschreibt die Musik einfach als kultureller Hochzeitssound! Die 2005 gegründete Band hatte im selben Jahr einen Riesenerfolg in Ungarn mit „Cyber Boy“, der zweite Track auf dem Album – ein sich immer weiter steigerndes Lied, bei dem der Refrain durch seine Abwesenheit glänzt. Anfang 2006 vom Berliner Label Eastblok Music entdeckt nahm „Little Cow“ mit Moe Jaksch von den 17 Hippies als Producer das Album im Laufe des Jahres auf. Am 23. Februar 2007 durfte die kleine Kuh mit 15 Liedern und zwei Bonus Videos endlich auf die Musikweide raus. Passend zum Stilgemisch des Albums ist auch das aufwendig gemachte Digipack mit ausfaltbaren Plakat. Für mich lebt das Album davon, dass die Lieder im Kontrast zu den Vorherigen stehen und das Hören somit immer mit Überraschungen verbunden ist. Ausserdem ist es schön, Musik zu hören, wo die Band sich traut, Stimmen und Instrumente wegzukürzen, um damit Spannung und neue Texturen aufzubauen (wie das Gesang – Hi-Hat Solo in „Feri Took My Blazer“). Damit dürften die kleinen Kühe mit diesem Album viele Fans anziehen!

(David-Emil)

LITTLE COW – Grüner Salon 05.10.2007 (www.klub40grad.de)

Wenn es dieses Jahr eine Band aus Osteuropa wirklich geschafft hat, eine etwas breitere Aufmerksamkeit auch abseits der einschlägigen Osteuropa-Freunde auf sich zu ziehen, dann sind es Little Cow (”Kistehén” auf ungarisch) aus Ungarn. Sogar im alternativen Szene-Blatt “Intro” wurde dem Debut “I’m In Love With Every Lady” sehr wohlwollend gehuldigt. Auch von Seiten des Klub 40º wurden Little Cow gleich mehrmals unabhängig voneinander entdeckt. Als Klub-DJ Michal Anfang März diesen Jahres geheimnisumwoben kommunizierte “Ich habe auch ein paar Neuigkeiten erworben. Ihr werdet es ja sehen. In Tschechien und Ungarn tut sich etwas”, war schon klar, dass er Little Cow entdeckt haben musste: das Erscheinen der CD auf dem deutschen Markt durch das kleine, sympathische Label EastBlok Music, hat schon sowas wie einen kleinen Einschlagkrater in der einschlägigen Medienwelt hinterlassen!

Seitdem also die Erstveröffentlichung bei uns zu haben ist, haben sich einige Songs von Little Cow bereits fest in das Klub-Programm integriert. Erst jetzt im Herbst gab es die Gelegenheit zu einem Live-Konzert mit den Neuankömmlingen des Jahres im Grünen Salon der Volksbühne zu Berlin.

Die Anordnung der 6-köpfigen Band war gleich mal hochinteressant: links stand eher die Konfirmanden-Fraktion, bestehend aus Róbert Farkas Harcsa (Akkordeon), Péter Dorogi (Akustikgitarre) und Frontsänger László Kollár (auch E-Gitarre). Rechts versammelte sich der wildere Teil der Band in Form von Sándor Kiss am Bass, sowie János Nádasdi an den Percussions, der auch noch singt und die human beatbox gibt. Sándor Kiss kann man sich mit den langen schwarzen Harren und dem ausgeprägten Schnauzer wie den Sänger von Dshingis Khan Leslie Mandoki in jüngeren Jahren vorstellen. János Nádasdi zeigte schon durch sein tief geschlossenes lassiges weisses Leinenhemd und eine potentiell starke Bühnenpräsenz an, was sich dann auch genauso erfüllen sollte. Sowohl geographisch, als auch optisch vermittelnd befand sich in der Mitte der Schlagzeuger Károly Lehoczki.

Musikalisch befanden wir uns bis zur Zugabe in sehr angenehmen poppigen mit Reaggae- und Ska versetzen Stücken, die oftmals speziell durch das Akkordeon in Richtung bester ungarischer sogenannter “Zigeunermusik” veredelt wurde. Die Songs von Little Cow sind mehrheitlich recht einfach strukturiert, haben aber einen nicht zu unterschätzenden Ohrwurmcharakter. Die Stimme des Sängers László Kollár klingt über weite Strecken recht einheitlich etwas melancholisch, was einen schönen Kontrapunkt zu den meist absolut tanzbaren Rythmen der Bandgenossen setzt. Die menschliche beatbox János Nádasdi lockerte den Gesang des Frontsängers an den passensten Stellen auf, allerdings etwas zurückhaltender, als auf der CD. Dieses Beatboxing darf man sich nicht im herkömmlichen Sinne vorstellen, wo durch die Stimme sozusagen ein Schlagzeug imitiert wird, sondern durch die Einstreuung lautmalerischer Silben, ähnlich wie bei vielen Ska-Bands (nur mit deutlich mehr Varianz) der Gesang stimmungsmachend unterstützt wird. Spätestens bei dem auch durch die Promo-CD etwas bekannteren Song “Viragok A Reten” hatte Little Cow den allergrössten Teil des Publikums auf ihrer Seite (bis auf den Teil, der Opfer des extrem schnarchigen Thekenteams des Grünen Salons geworden ist…)

Nachdem es also während der Hauptvorstellung von Little Cow noch recht gesittet zu ging, gab es dann bei den Zugaben für die Band und auch für das Publikum kein Halten mehr: musikalisch explodierten Little Cow förmlich mit einem Satz nahtlos aneinandergereihter Songs, in denen sich offenbar alle Stile vermischten, die man sonst nicht unbedingt zum Grundrepertoire zählt. Plötzlich gab es astreinen Ska, treibende Disco-Rythmen, Rock und schliesslich sogar eine Polka-Punk-Einlage, die das Publikum schwer in Rage brachte.

Insgesamt hatte die Zugabe den Charakter von vielleicht nicht ganz ernstgemeinten Spass-Songs, die aber direkt in die Beine gingen. Dass diese etwas schräge Seite der Band so gar nicht auf der CD zu finden ist, leitet etwas auf die falsche Fährte, wenn man deswegen nach dem Konzert die CD erworben hat. Dennoch, oder gerade deswegen kann man Litte Cow eine absolut uneingeschränkte Live-Empfehlung geben. Fazit: Konzert-Befehl!

Ben Hell

http://www.klub40grad.de/40_grad/konzerte/littlecow_19102007

Little Cow – I’m in Love with Every Lady (Incendiary Magazine 06.05.2007)

People close to me know that me & my girlfriend like Hungarian music. So when a slightly bewildered co-editor passed this LP over to me, muttering “this looks like its one of yours” I did take it in my grubby palms and treasure it carefully until I got a chance to bung it on the stereo. I was not disappointed. It’s a riot, choc-full of the weird, intensely eclectic, slightly perky song swirls that Hungarian artists are so adept at; (the title track demonstrates sufficient evidence of this). Of course, I’ve no idea what they’re on about. My Hungarian stops with Nem Sabat (which means “don’t do that” by the way).

But hell, I’m not doing a language course I’m here to tell you about this record. It has elements of allsorts; jaunty folk waltzes being the main one, albeit “updated”. Weirdly enough it reminds me of a Manu Chao at times. The language switches at times between Hungarian, English & German. It’s a very uplifting release, as it never sits still long enough for you to get broody. There’s sprightliness in the song writing that is never laboured, even on the quietest of tracks, such as The Choky is Melting. Apparently that’s about chocolate melting.

I can’t help being flippant reviewing this, simply because the music puts me in a flippant carefree mood. It’s a great feel-good record. Track it down.

Richard Foster

Zigeunerklänge auf dem Vormarsch (Melodie&Rythmus 04.2007)

Senkrechtsstart der gelben Kuh – Die ungarische Band Little Cow

In Ungarn kennt jeder die gelbe Kuh namens Little Cow; die gleichnamige Animationsserie ist dort aüßerst populär. Produzent der kleinen, witzigen Trickfilme ist der Sänger und Gittarist László Kollár: Er schrieb vor etwa zwei Jahren zur Unterhaltung ein paar Songs und ging mit einigen Budapester Musikern ins Aufnahmestudio. Das Resultat ist das Album „I’m in love with every lady“ – übrigens produziert von Joe Jaksch, der auch mit den 17 Hippies arbeitet. Es machte Little Cow in Ungarn zu einer der bekanntesten nationalen Bands. Ungarische Zigeunerklänge sind es, die die kleine Kuh und ihre Fans zum Tanzen bringen – je nach bedarf aufgepeppt mit Rock, Pop oder Ska. Auch die skurril-surrealistischen Texte treffen in Ungarn den Nerv des Publikums. Im Ausland sorgt der Klang der ungarischen Sprache hingegen für einen zusätzlichen Exotik-Bonus. Das witzige Video zum Song ‚Cyber-Boy’ beflügelte den Senkrechtstart von Little Cow. Dessen Produktion hatte etwa 1000 gekostet, ein Marketing-Budget gab es nicht. Aber über das Internet verbreitet sich der Clip rasant, obwohl anfangs kein kommerzieller Sender den Song spielte. Bereits ein Jahre nach der Gründung der Band stand ‚Cyber-Boy’ an der Spitze der ungarischen Viva-Charts und wurde zum „Ungarischen Song des Jahres.“ Die Musik von Little Cow in eine Schublade zu stecken, ist unmöglich. Daher erfanden die Musiker selbst entsprechende Kategorien: „Cultural Wedding Sound“ nennen sie ihren Stil oder „Crazy Listening.“ Auch als „Village Beatles“ haben sie sich schon bezeichnet. Der bunte Cocktail, der manchmal ein bisschen an Manu Chao oder Element of Crime erinnert, ist jedenfalls tanzbar bis zum letzten Takt. Leichte Melancholie bleibt nicht aus, aber in erster Linie geht es der aus Gitarre, Schlagzeug, Akkordeon, Bass und Perkussion bestehenden Band darum. Freude zum verbreiten. Inzwischen ist auch das zweite Video zum Song „Virágok a Réten“ fertig, das gemeinsam mit Musikern der bekannten ungarischen Gypsy Band Romano Drom aufgenommen würde. Man sieht: Die kleine gelbe Kuh ist auf Erfolgskurs.

Antje Rößler

LITTLE COW “I“m in love with every lady“ (Songlines 06.2007)

Gypsy music is definitely in. First Johnny Depp backs the Romanian band Taraf de Haïdouks; then New York’s Gogol Bordello do their Poguesy take on the Roma sound; and then US bands such as Beirut and A Hawk and a Hacksaw embrace accordions and Eastern European roots music. Now, from Hungary come the rather strangely titled Little Cow and their downright boastfully titled I’m In Love With Every Lady. With its quirky folk art cover, the record serves up a truly wonderful and infectious mix of Hungarian and English lyrics wrapped in Gypsy-tinged ska-funk pop songs. Sounds difficult to imagine? Don’t let that put you off. This record is captivating and has you immediately tapping your feet and even singing along in made up gibberish (unless you understand Hungarian, of course).

László Kollár, the band’s frontman, is a musician and animator who made a popular kids cartoon in Hungary called Little Cow. He wrote songs for the yellow bovine beast that became so popular that he formed a band of the same name. ‘Cyber Boy’, the second track on this record, was their first release and was a big hit in Hungary. Other fine songs, such as the gently beginning ‘The Chocky is Melting’ and weird lyrical content builds with a throbbing bass line into what must be a thrilling live performance, without overplaying itself at all. They describe their music the ‘cultural wedding sound’, ‘crazy listening’ or ‘village Beatles’. Whatever, its mix of melancholy and joy, humour and lyricism is fresh, exciting and full of life-affirming chutzpah.

Author: Mark Espiner

LITTLE COW – I“m In Love With Every Lady (Kultur Sonntag 22.04.2007)

Ganz ohne BSE der pure Wahnsinn: Kistehén Tánczenekar alias Little Cow sind in ihrem Heimatland bekannt wie bunte Hunde und zu Recht auf jedem Festival zu finden. Frech und fröhlich mischen die Ungarn Pop und Folklore mit Ska und Punk, um daraus unwiderstehliche Ohrenwürmer zu basteln, die keine Tanzfläche leer lassen. Besonders empfehlenswert für den Einstieg in das „Crazy Listening“, mit dem die Gruppe ihren Musikstil beschreibt, ist „Virágok a réten“. Aufgekratzt tanzen die Töne zu eigensinniger Percussion und einem übersprudelnden Akkordeon im Gypsy-Beat, und man würde gern mitsingen,wenn nur die zungenbrechende Sprache nicht wäre. Aus dem Mund von Sänger und Bandgründer László Kollár klingt sie aber ganz wunderbar, selbst wenn er radebrecht wie im melancholisch ironischen „Hey what’s new“. Mit Blick auf klingeltönende Frösche und trällernde Eisbären hierzulande kann man die Ungarn um ihre singenden Kühe jedenfalls nur beneiden.

LITTLE COW aka KISTEHÈN (keleztine.de, 23.02.2007)

LITTLE COW aka KISTEHÈN

Berlin , Maschinenhaus der Kulturbrauerei

Armin Siebert und Alexander Kasparov , die beiden Masterminds von EASTBLOK MUSIC hatten zum Record-Release-Konzert ihrer jüngsten Entdeckung , LITTLE COW aka KISTEHÈN aus Budapest , geladen und dank ihrer unermüdlichen und leidenschaftlichen Vorbereitung im Vorfeld war das Maschinenhaus der Kulturbrauerei auch sehr,sehr ordentlich gefüllt mit musikalischen Gourmets im Alter von zehn bis sechzig Jahren . Und was diese dann für den schon mehr als moderaten Eintrittspreis von zehn , ermässigt acht Euro (nicht nur Marx-Jünger assoziieren da das Stichwort Selbstausbeutung) pro Nase geboten bekamen , entzieht sich im Grunde jeder Beschreibung , ja schon allein der Versuch dessen ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, kann man zwar das Dargebotene und Erlebte schildern , doch Worte allein können Musik und Atrmosphäre nicht vermitteln.

Für den ungarischen Sechser um Sänger, Texter und Komponist Lászlo Kollár (der zudem noch als Frontmann ähnlich begnadet agiert wie die Ausnahmeerscheinung der letzten fünfzig Jahre ungarischer Rockgeschichte , Sándor Révész-auch wenn ihm dieser Vergleich wahrscheinlich übel aufstossen wird) war dieses Konzert die Berlin- und Deutschlandpremiere – und es war ein Debüt, dass seinesgleichen sucht .

Zwei Stunde ambitioniertes,ausgelassenes musizieren , getragen von der Freude an und der Liebe zur Musik , zum Leben im allgemeinen und der Liebe im besonderen .Da war keine Note zuviel , kein Ton zu wenig , nichts einstudiert im Sinne von aufgesetzt , eine zeitlose Leichtigkeit in formvollendeter Harmonie , ein magisches gemeinsames Schwingen , dass sich fast ohne Anlaufzeit auf´s Auditorium übertrug und so Band und Publikum sich ausserhalb von Zeit und Raum bewegen konnten und zueinander fanden. Eine Reise ins (einfach-so-) Sein, ohne Zweck , Ziel und Gebundenheit oder-um einen der vielen Hochkaräter aus dem Band-Repetoire zu zitieren : ´´jaj de szép viragók vannak a réten´´´. (´´Oh wie schön sind die Blumen auf der Wiese´´)-Auch dies, wie eigentlich alles im Leben , ´´nur´´ eine Frage der Wahrnehmung ,vorausgesetzt natürlich , man kann diese Gabe sein eigen nennen…

Stilistisch ein Mix aus Gypsie- & WeltFolk , Ska , Rap , Swing , balladesken Songs und angerockten Tracks , oder -um mal die name-dropping-Krücke zu benutzen-ordentlich geschüttelt,gerührt und gemixt aus Ingredenzien a la Manu Chao , Element of Crime und einer gehörigen Portion STOPPOK ; und/aber trotzdem unverkennbar (und somit auch mit nichts zu vergleichen ) LITTLE COW .

Special guests an diesem Freitagabend die Musiker Antal Kovács jr. und Zsigmond Rafael von ROMANO DROM , einer nicht nur in Ungarn geschätzten und verehrten Roma-Kapelle , die bereits im Jahre 2004 einen Remix des LITTLE COW-Titles ´´viragók vannak a réten´´ verfertigten .

Man muss kein Prophet sein , um der kleinen Kuh einen phänomalen Flug in Richtung Dauererfolg vorauszusagen , welcher auch die jeweils aktuellen Mode-,Trend-, Kult- und sonstige fragwürdigen Bezeichnungen unbeschadet übersteht-schon allein deshalb, weil die hier vorhandene Substanz einfach zeitlos ist, oder- um mal obenstehenden Flyer zu zitieren : weil es eben wirklich ´´timeless tunes for timeless people´´ sind…

Tipp der Woche: Little Cow (Schallplattenmann #523, 26.02.2007)

Ethno-Punk/Crazy Listening aus Ungarn

(CD; Eastblok)

Während man von Manu Chao schon länger nichts mehr gehört hat, entert unversehens Geistesverwandschaft aus Ungarn die Szene. Mit dem dortigen Hit „Cyber Boy“ im Gepäck könnte der nach einer beliebten Figur aus einer ungarischen Trickfilmserie benannten Band um Sänger László Kollár ähnliche Szene-Mundpropaganda beschieden sein. Selbst kühlere, mitteleuropäische Denkergemüter, die Balkan-Beat und Bucovina-Club bisher eher reserviert gegenüber stehen blieben, könnte diese, von Moe Gaksch (17 Hippies) produzierte Scheibe kriegen. Das Debüt von Little Cow erinnert aus etwas anderer Richtung an das Akustikalbum der Les Negresses Vertes. Mit dem frisch-frechen, kulturellen Hochzeitssound aus Gypsy, Balkan, Rock, Ska, Pop, Brass und Dance-Rhythmen sorgen sie für den unwiderstehlichsten, ethnologischen Bastard-Pop-Happen der letzten Zeit.

Autor: [bs: @@@@ – definitives Highlight]

Eine Kuh lernt fliegen (Notes, 03.2007)

Eigentlich ist die „kleine Kuh“ eine Figur aus einer populären ungarischen Trickfilmserie, die Làszlo Kollàr produzierte und für die er nebenher mit Freunden ein paar Songs geschrieben und aufgenommen hatte. Aus der Nebenbeschäftigung wurde inzwischen eine neue Karriere, denn einer dieser Songs wurde in Ungarn zum landesweiten Hit.

Cyber Boy verströmt mit lockerem Ska-Shuffle, kräftigen Akkordeon-Akzenten und wehmütiger Melodie internationales Flair, obwohl bis auf wenige englische Brocken nur ungarisch gesungen wird. Im dazugehörigen Video sehen wir, wie eine Band in einem kitschig dekorierten Wohnzimmer beim nicht unbedingt lippensynchronem Nachspielen des Songs jede Menge Unsinn anstellt. Obwohl das Video kaum 1000€ gekostet haben soll und keinerlei Marketing-Budget zur Verfügung stand, kletterte es 2005 in den ungarischen VIVA-Videocharts auf Platz 1. Cyber Boy wurde zudem bei den Fonogram Awards (dem ungarischen Echo) vom Publikum zum „Song des Jahres“ gewählt.

Ein One-Hit-Wonder wird LITTLE COW allerdings nicht werden, denn inzwischen haben die Ungarn unter der Regie des erfahrenen Produzenten Moe Jaksch (17 Hippies) ein ganzes Album voller locker dahingroovender Ohrwürmer eingespielt. „Crazy listening“ nennt die BAnd ihren Stil – man könnte auch sagen, hier trifft das entspannte karibische Flair eines Manu Chao auf die Melancholie der Fellow Travellers und das subversiv-anarchistische Popverständnis von Chumbawamba. Die Arrengements sind überwiegend akustisch: Viel Akkordeon, gelegentlich Geige, sehr variabel gespielte Akustikgitarren – und gelegentlich sägt ein knackiges E-Gitarren-Riff dazwischen. Ein Nachfolgehit für Cyber Boyist auch schon in Sicht.Das betörende Vigárok a réten ist auf der CD auch als Videoclip vetreten, in Szene gesetzt als „Zigeunerfest“ auf einer Sommerwiese, zusammen mit den Familien der bekannten Gypsy-Band Romano Drom.

Autor: bju

Little Cow – I`m in love with every lady (Fresh #53, Feb 2007

Die „kleine Kuh“ ist eigentlich eine Trickfilmfigur aus Ungarn. Der Produzent der Serie, Lászlò Kollàr, schrieb gleich die Songs dazu. Mit seiner Band und dem Song „Cyber Boy“ landete er 2005 einen Hit und bestimmte die VIVA-Videocharts. Nun setzt Kollàr sein Talent als Songwriter und Sänger in ein ganzes Album um. Es ist verrückte und lustige Musik, der man die osteuropäische Musik anhört, ohne sie auf einen bestimmten Landstrich reduzieren zu können. Die Titel wechsel zwischen tanzbarer guter Laune und melancholischem Innehalten, wobei ungarischsprachige Texte überwiegen. Little Cow gelingt eine Mischung zwischen Rock und Pop, irgendwo auf demBalkan angesiedelt, mit etwas Ska und Gypsy,

Autor: kay

Kleine Kuh ganz groß (Wortgestöber, 03.2007)

Musik vom Balkan und aus den ehemaligen Ostblockstaaten ist seit ein paar Jahren DER Partyrenner. Auf Konzerten und in Diskotheken hält es die Gäste nicht lang auf den Stühlen. Denn die Musik ist zum Tanzen da: Balkan Pop ist rhythmisch, emotional und gut gelaunt. Gute Bands, die auf der Welle reiten, gibt es zahlreiche. Beispiel: Little Cow aus Ungarn.

Eine sonore Barritonstimme singt, mal sanft, mal laut, mal englisch, mal französisch, mal ungarisch. Ein Tamburin gibt den Rhythmus vor, Ska. Dazu erklingt ein folkloristisches Akkordeon, eine sentimentale Klarinette, eine rockige E-Gitarre. Ganz schönes Gemisch? Ja, denn die Musik kommt vom Balkan, dort wo südosteuropäische Volksmusik auf Orienteinflüsse, auf Klezmer, auf russische Polka, aber eben auch auf Sounds aus dem Westen trifft. Musikalisch und kulturell ist der Balkan schon immer pluralistisch. Nun kommen vermehrt westliche Klänge dazu. Little Cow ist eine der aktuellen Bands, die Balkan Pop machen: hier kommen die verschiedenen Einflüsse zusammen. Gerade ist ihr Debüt auch in Deutschland erschienen: I’m In Love With Every Lady.

Die Gruppe legte mit ihrer Single Cyber Boy in Ungarn einen Schnellstart hin und gehört seitdem in ihrer Heimat zu den beliebtesten Bands, sie sind der Höhepunkt zahlreicher Festivals. Im August 2006 bekam das Album „Gold“ in Ungarn. Cyber Boy wurde die Nummer eins in den ungarischen VIVA-Videocharts. Bei den Fonogram Awards (der ungarische ECHO) wurde das Lied vom Publikum zum „Ungarischen Song des Jahres“ gewählt.

Die Musik von Little Cow, die sie selbst als „kulturellen Hochzeitssound“ bezeichnen, ist emotional, ein bisschen melancholisch, verträumt, romantisch, aber auch rauh – vor allem jedoch sehr spaßig. Manchmal klingt sie nach Manu Chao, manchmal nach Element of Crime. Stile und Kulturen werden hier harmonisch zusammengeführt.

Diese facettenreiche Emotionalität vor einem multikulturellen Sound kommt nicht nur beim ungarischen, sondern auch beim deutschen Publikum an. So wie derzeit viele Bands, die Balkan-Pop spielen. „Du kriegst hier etwas, was Freiheit bedeutet, Spaß, Ausgelassenheit“, sagt Armin Siebert von der Berliner Plattenfirma Eastblok Music. „Das ist das Gegenteil von dem trockenen, effizienzorientierten Leben im Westen.“

Vor allem in Berlin drängelt man sich auf Balkan-Pop-Partys oder hüpft auf Konzerten in der ersten Reihe: Vor Balkan Beat Box aus New York, Boom Pam aus Tel Aviv, Haydamaky aus der Ukraine oder eben vor Little Cow aus Ungarn. In der Hauptstadt heißen die Feste „Balkan Beats“ oder „Russendisko“ und werden von dem Bosnier Robert Soko beziehungsweise dem Autor Wladimir Kaminer veranstaltet. In Hamburg sind die balkanorientierten Datscha-Partys schon legendär, in Köln sorgen der Balkan Express und die Kompott Partys für Stimmung, und in Frankfurt der Bucovina Club von Stefan Hantel alias Shantel, der Balkan Pop nicht nur in Deutschland, sondern auch in Clubs in Zürich, Rom, Istanbul und Tel Aviv auflegt.

Die Protagonisten spielen mit dem Klischee eines ausgelassenen Ostens und bedienen dabei den Exotismus, der spätestens mit den Filmen von Emir Kusturica in Deutschland entstanden ist. Zugleich subvertieren die Vertreter mit der Guten-Laune-Musik aber auch das ewige Bild des gewalttätigen und von Kriegen zerstörten Balkans. „Es funktioniert, irgendwas kommt da auch beim deutschen Publikum in Wallung“, sagt Siebert.

Eastblok Music, die neue Bands in Deutschland promoten, liegt in Berlin Mitte, direkt neben dem Kaffee Burger, kultiger Tummelplatz balkanaffiner Großstädter. Dort legt Kaminer russische Polka, Punk, Ska, Blasmusik auf. Ein paar Ecken weiter steht sein Kollege Soko an den Plattentellern und beschallt seinen Mudd Club mit allerhand Blasmusik. Bei beiden: Ausgelassene Stimmung und viel Alkohol, vornehmlich Wodka versteht sich.

„Die Leute kriegen nicht genug davon“, sagt Soko, der nach der Wende nach Deutschland kam. So wie er entdecken viele Immigranten ihre Wurzeln und verbinden in der Musik neue und alte Heimat. Dabei entstehen skurrile Mischungen: HipHop mit Gypsy Groove, Punk mit Polka, Elektro mit Klezmer. Ein Ende ist nicht abzusehen, vielmehr wächst das Segment stetig an. Und dabei ist es ersteinmal egal, ob die Bands eher Soul oder eher Rock machen, Hauptsache: Es macht Spaß. Und das tut es.

Autor: Susanne Schmetkamp

Little Cow I´m In Love With Every Lady (Fliesstext Vol 1. 03.2007)

2007er. Superstars in Ungarn. Ungarischer (Gypsy/Balkan) Folk (melodisch sowieso), Pop und auch Rock verbunden, der Schwerpunkt wechselt. Wenigstens 3x aber auch eine sehr aparte und eigene Art von Folk Pop abseits gängiger Schemata (toller Schlußsong!!). Ein par klitzekleine spanische Elemente, desgleichen Ska-Einflüsse. Ausgesprochen gutgelaunt, teils recht entspannt, teils richtig groovend, fast Dancefloor-tauglich, teils wehmütig (stimmungsmäßig gar nicht so weit weg von Element Of Crime), aber auch angestochen-fröhlich. V.a. aber sehr eingängig bis ohrwurmverdächtig. Viel Akkordeon und Backing Vocals/Chöre, einige Bläser, differenzierte Percussion wie Drums, häufig akustische, aber auch E-Gitarre. Emotionale schlichte Musik, die Spaß macht.

(dvd)

Underground Superstars (TIP Magazine 16.02.2007)

Der Videoclip zu „Cyber Boy“ zeigt ein halbes Dutzend Landburschen beim Musizieren auf ihrem Hof, mäßig ausgeleuchtet und die Kamera ruckelt. Kein Wunder also, dass kein ungarischer Sender den Clip ausstrahlen wollte, zumal der Song angeblich „zu alternative“ für Radio und Fernsehen sei. Doch dann verbreitete sich das Video per E-Mail und Internet und plötzlich sang halb Ungarn den Ohrwurm. Es folgten goldene Schallplatten und erste Ränge in Video- und Klingeltoncharts sowie die Auszeichnung „ungarischer Song des Jahres“.

Jetzt ist das dazugehörige Album auch hierzulande zu haben um den Siegeszug fortzusetzen und überrascht mit gut einem Dutzend feiner Songs zwischen Balkanbeats, Ska, Rock und Zigeunermusik. Klassische Rockbandbesetzung ergänzt durch Akkordeon und Percussion schafft eine mitreißende Melange zwischen Melancholie und purer Lebensfreude, sagen wir mal wie eine Mischung aus Element Of Crime und Manu Chao auf ungarisch. Produziert wurde das Album „I’m In Love With Every Lady“ übrigens von einem der Berliner Band 17 Hippies.

Live sollen die sechs Gesellen so richtig aufdrehen und relaxte Konzertbesucherscharen in übermütig hüpfende Horden verwandeln. Erst recht beim Berliner Record-Release-Auftritt, bei dem einmalig Mitglieder der Gypsy-Band Romano Drom mitwirken.

Autor: Hauke Schlichting

Little Cow – I’m In Love With Every Lady (Sound & Image, 03.2007)

Die Rückseite des Covers von Little Cow erinnert mich schwer an die knuffige Musik-Kneipe namens „Chinesischer Pilot Jao Da”, ein Wohlfühlort im Herzen Moskaus, wo sich die alternative Jugend regelmäßig zum nagen, saugen und abhotten trifft. Und es sollte mich nicht wundern, wenn auch Ungarns neueste Kultband bald mal dorthin eingeladen wird, denn vom Szene-Faktor her passen beide – Band wie Kneipe – wunderbar zusammen. Little Cow sind eine Art ungarischer Manu Chao Ableger, haben aber auch was von Markscheider Kunst aus St. Petersburg, können sogar mit den 17 Hippies aus Berlin verglichen werden, sind aber vor allem in ihrer Heimat über die Maßen beliebt und bekannt. Was mit musikalischer Untermalung zu einer Trickfilm-Serie anfing, hat sich nun zu einer exzellenten Live- und Studio-Band entwickelt, die dank dieser CD nun auch hierzulande auf große Resonanz stoßen sollte. Denn das, was die Band um László Kollár zu bieten hat, geht weit über das hinaus, was man von einer osteuropäischen Folkband zunächst einmal vielleicht erwartet. Little Cow verbinden heimatliche Klänge aus der Puszta- und Gypsykiste mit hippiesker Pop-Musik, feuchtfröhlichem Ska und tanzbarem Folk-Rock. Ein Crossover-Gemisch also, das den Geist von einem alternativen Wanderzirkus versprüht, zwischen Melancholie und ausgelassener Partystimmung hin und her pendelt und als Referenzpunkte Samples von Fischer Z und HipHop verwendet. Nach mehrmaligem Hören kristallisieren sich zunehmend eine Vielzahl von Ohrwürmern heraus, die trotz ungewohnter linguistischer Verpackung erstaunlich schnell an Substanz zulegen. Top Mucke einer Top Band.

Little Cow – I’m In Love With Every Lady (Hallertagblatt 2007)

Oranienburger Tor, Rosenthaler Platz, Rosa Luxemburg Platz: So schlängelt sich die Torstrasse durch Berlin- von West nach Ost. Hier findet man unter anderem den besten Döner der Stadt, den „Club der polnischen Versager“ und das lengendäre „Kaffee Burger.“ Kein Zufall, dass sich die Plattenfirma „Eastblok“ gerade heir angesiedelt hat: Wo Europa abseits von Straßburg und Brüssel tatsächlich verschmilzt, hat man sich den „Real Sounds of Eastern Europe“ verschrieben.

Little Cow (eigentlich Kistehen) ist das jungste Pferd-wenn man das in diesem Kontext sagen darf- im Stall der rührigen Völkerverbinder. In Ungarn, heißt es, kennt die Band um Lázló Keller jedes Kind. Wenn man I’m In Love With Every Lady hört, kann man die Begeisterung der Magyaren durchaus nachvollziehen.

Die Platte ist ein Kaleidaskop der Sounds und Einflüsse: Natürlich sind die Balkan Beats nicht fern doch Little Cow können auch Ska, Brass, Dance-Nummern, Reggae und Shanties, Kinderchöre singen, ein Akkordeon schunkelt betrunken, im Hintergrund klimpert eine spanische Gitarre-naturlich ist auch die Musik der Roma, die in Ungarn eine lange Tradition hat, nicht fern.

Um Folklore handelt es sich hier aber keineswegs: Little Cow machen Bastardmusik im besten Sinne, saugen Einflüsse auf, wo sie sie kriegen können und stellen Zusammenhänge her, wo andere keine sehen Hey what’s new? fragt Lázló Keller im dritten Stück. Die Antwort fällt leicht: Little Cow – denn diese Kun kann fleigen.

Autor: Holger Ströbel

Little Cow – Im in love with every lady (Voice of Culture 19.03.2007)

Neuer Balkansound! Juchu, die Welle geht weiter. Aber diesmal als Ska-Pop nR oll zum Bier trinken in der Eckkneipe von nebenan.Guter Rocksound kommt ja bekanntlich aus Amerika oder England oder zumindest aus Schweden oder Holland. Da aber dieses Jahr alles auf dem Kopf steht und nichts mehr an dem Platz ist, wo es hingehört, kommt diesmal die neue Rockmusik aus Ungarn. Nach ihrem Durchstarter-Hit Cyber Boy ging die Karriere von Little Cow straight nach oben und das Album bekam Gold. Die Jungs, die einst vom Lande kamen und ihre Band als Hobby betrieben, wurden auf einen Schlag berühmt und bewiesen den Radio-Stationen, dass selbst alternative Musik Hitpotential hat. Moderne Hochzeitsmusik nennen sie ihren Sound, der ein Mix aus Balkan, Ska, Rock, Pop, Brass und Dance-Tunes ist, der sie bis auf die besten Bühnen ihres Landes geführt hat.

Ein zeitloses Album mit verrückt-verträumten Texten und verrückt-verträumten Melodien, die Freude vermitteln und die Band ohne wenn und aber in den Vordergrund stellt. Gitarrensound a la balkanica.

Little Cow – I’m In Love With Every Lady (Westzeit 03.2007)

In Ungarn ist „Kistehen“ (Kleine Kuh) zumindest im Bereich Trickfilmhelden der König. Produziert hat die Serie Laszlo Kollar, der vor lauter Spaß an der Sache auch gleich noch einige Songs für seine Filme schrieb und mit einer Schar durchgedrehter Landbewohner einspielte. Das Ganze wurde zum Selbstläufer und wenn hier nicht alle immer nur Superstars suchen würden, könnte es passieren, dass bald auch in deutschen Kneipen der „Cyber Boy“ besungen wird oder was es da noch so an hitverdächtigen Kleinigkeiten auf dieser hochamüsanten Scheibe gibt. Moderner Worldpop mit (wirklich nur dezenten) Verweisen auf den Ort seiner Entstehung, produziert von einem der 17 Hippies. Life is a high-speed joy. Indeed.

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Little Cow (Schrillerille, Schweiz, 02/2007)

Little Cow -I’m in love with every lady

(Cyber Boy, life is a high-speed joy)

Jeder in Ungarn kennt die kleine Kuh. Eine sehr populäre Animationsserie um eine kleine gelbe Kuh, produziert von László Kollár. Für eben diese Filme komponierte er eine Handvoll Songs, welche in Ungarn sehr populär wurden. Zusammen mit einigen der besten Budapester Musiker gründeten sie 2005 die Band Little Cow – in Ungarn Kistehen genannt.

Ihre Musik ist schwer zu beschreiben, die Gruppe ihren Musikstil «Cultural wedding sound». Die Mischung ist irgendwas zwischen Gypsy, Balkan, Rock, Ska, Pop, Brass – Tanzbar bis zur letzten Note. Selbst die ruhigen Stücke darunter lassen einem mit wippen. Gesungen wird meist ungarisch, bei ein paar Songs auch mal englisch. Die Truppe kommt fast komplett akustisch daher: Gitarre und Leadgesang László Kollár-Klemencz, Drums Károly Lehocuki, Akkordeon Róbert Farkas Harcsa, Gitarre und Gesang Péter Dorogi, am Bass Sándro Kiss und Beatbox, Percussion und Gesang János Nádasdi.

Das Album beginnt mit dem verspielten «A szája íze» zur Einstimmung. Weiter geht es dann mit ihrem Nummer-Eins-Hit (im ungarischen Viva 😉 «Cyber Boy». Beides tanzbare Stücke. Ein wenig verträumter geht die Kuh dann der Fragen nach was es Neues gibt (Hey what’s new). Toll in de Ska, mit ein wenig Reggae, geht das Titelstück «I’m in love with every lady»; Unterbrochen immer wieder von ruhigen, verträumten Passagen. Trotz des englischen Titels ist der Song ungarisch gesungen.

Wieder ruhiger, mit einem schönen Basslauf und einer eingängigen Melodie kommt «The chocky is melting» daher. Ruhig schleicht sich danach «Virágok a réten» in die Ohgänge. Um dann doch noch los zu legen. Kein Wunder, machen doch hier Musiker der Gypsy-Band von Romano drom mit; Und einige Kinder. Woher das Gebläse bei «Ne engedj el sohasem» kommt, verschweigt das Beiblatt zum Promo. Jedenfalls darf es bei «Ha én egyszer nagyon megöregszem» auch gleich mitmachen. Beide Stücke haben diese seltsame Mischung aus einem ruhigen Gesang, langsam fliessender Melodie und einem mitreissendem Groov.

Nach ein paar Takten «Csámborgó» tanzt der letzte; Reggae? Ska? Für das eine zu ruhig, für das andere zu schnell. Ein Akkordeon, das den Takt mitbestimmt. Ruhig und besinnlich geht die Reise mit «Mintha» weiter. Aber nur kurz, Bei «Feri took my blazer» und «Lassíts» bekommen die Beine wieder zu tun. Im Gegenzug kann man bei «Az anyu meg én» und «Nyulak Eskimóban» die Seele baumeln lassen. Fast schon nachdenklich stimmt einem «The car disappeared (Bonus)».

in Arbeit – Ich hab ja bis zum 23.02.2007 Zeit 😉

Fazit:

Ein Album, das von A-Z, beziehungsweise von «A szája íze» bis «Virágok a réten» spass macht und nicht langweilig wird. Was ich nicht ganz verstehen kann ist, das ein Album wie dieses, das grösstenteils eher Ruhig mit wunderschönen Melodien daher kommt, so in die Beine gehen kann. Wie ein Fluss, der oberflächlich ruhig dahinfliesst, einem aber, sowie man drinnen schwimmt, mitreisst und nicht mehr los lässt. An eine Fluss erinnert der ganze Aufbau der Albums. Zuerst plätschert man von Stein zu Stein, nimmt Schwung auf, durchlebt ein paar Stromschnellen und zum Schluss wird man ein mächtiger, ruhiger Strom.

Das das erste Album in diesem Jahr gleich so ein Hammer wird habe ich nie erwartet; Kann sich dieses Jahr da noch steigern ?!? 😉 Ungarn hat einige tolle Bands in der Hinterhand, die hier kaum einer kennt. besh o drom oder Parno Graszt zum Beispiel, die hier ein wenig bekannter wurden (und die ich kenne ;-)). Hoffen wir, dass nun endlich mehr in den Westen kommt.

Patrick Principe