V.A. – Café Sputnik – Bandinfo

Image Messer Chups
Messer Chups wurde 1998 als Nebenprojekt von Oleg Gitarkin von der Band Messer Für Frau Müller gegründet. Gitarkin spielt hier Bass und Keyboard und programmiert alle Samples. Dazu gesellen sich meist bezaubernde, bevorzugt dunkelhaarige, geheimnisvolle Gastsängerinnen. Auf Platte und Tour waren schon die legendäre Lydia Kavina, Großnichte des Erfinders des Theremin, und die Theremin-Virtuosin Barbara Buchholz zu Gast. Inzwischen das Hauptprojekt von Gitarkin, haben Messer Chups bereits mehrere Alben veröffentlicht und sind regelmäßig in Westeuropa auf Tour. Bei Messer Chups lebt Gitarkin sein Faible für B-Movies von Ed Wood bis Russ Meyer aus. Surf-Beats, sowjetische Analog-Syntheziser und russischer Gesang machen Messer Chups zu einer Art Addams Family der russischen Electronic-Szene.
www.messerchups.ru
   
Image O.M.F.O. (a.k.a. Our Man From Odessa)
German Popows Reise führte ihn 1989 vom ukrainischen Odessa an der Schwarzmeerküste, wo er zunächst Radio-Kommunikation studierte, über Berlin nach Amsterdam, wo er heute lebt. Dort veröffentlichte er 1994 sein erstes Album. Kurze Zeit später gründete er die Emigranten-Combo Sputnik, für die er romantische Melodien und Space-Songs schrieb. Währenddessen bereiste er als DJ die Welt. Unter dem Namen O.M.F.O. veröffentlichte Popow bei verschiedenen Labels 7″- und 12″-Singles mit Electronica und Ambient-Musik. Schon früh interessierte sich Popow für westliche elektronische Musik, die in Form von Kraftwerk, Jean-Michel Jarre und Giorgio Moroder auch Odessa erreichte, und Folklore aus den Sowjetrepubliken, die dort sowieso allgegenwärtig war. Sein aktuelles Album TransBalkan Express ist 2005 in Deutschland erschienen. Da er engen Kontakt zur Elektronik-Szene in Russland hat und musikalisch seelenverwandt ist, haben wir ihm den Exotenplatz auf dieser sonst rein russischen Compilation eingeräumt.
www.essayrecordings.com
   
Image Messer für Frau Müller
Messer für Frau Müller ist die im Westen wohl bisher bekannteste Band im Café Sputnik. In gut zehn Jahren haben sie ein halbes Dutzend Platten veröffentlicht. Sie waren mehrmals in Westeuropa auf Tour und ihr Album Allo Superman erschien auf dem Hamburger Kult-Label What’s so funny about. Hinter dem außergewöhnlichen Projekt stecken die Musiker Oleg Gitarkin und Oleg Kostrov. Aus gesampelten Geräuschen, Stimmen, Klängen der 60/70er Jahre und elektronischen Sounds entsteht eine Mischung mit viel Witz, Tanz-Beats und skurrilen Atmosphären. Post-Easy-Listening. Sowjetische SciFi-Schwarzweißfilme, Comics und Cut ’n‘ Paste-Ästhetik bilden den imaginären Clip zu dieser Soundtrackmusik. Siehe auch den Video-Bonus-Track auf Café Sputnik.
www.solnzerecords.com
   
Image Dima Vikhornov
Dima Vikhornov, Absolvent der Musikhochschule Moskau im Fach Klavier, macht eigentlich meist Jazz, aber ab und zu widmet er sich zu unserer Freude elektronischer Musik. Früher spielte er erfolgreich in der Electro-Rock-Band „PorkRoll“. Beim ‚Folk Song‘ auf Café Sputnik kreiert er aus einem Volkslied einen Upbeat-Dance-Tune.
www.56stuff.ru/artists/vikhornov.htm
   
Image NetSlov
NetSlov (Keine Worte) haben sich im Laufe der Jahre zu einer „richtigen“ Band entwickelt. Während das erste Album noch rein instrumental war, sind auf dem neuesten Werk Vsye svobodny bereits mehr als die Hälfte der Songs mit Gesang. Mastermind von NetSlov ist Den Kalashnik aus St.Petersburg. Neben seiner Arbeit mit Netslov als seiner Hauptband komponiert Kalashnik auch Filmmusik und produziert andere Bands. Auf dem neuen Album findet sich ein Song gemeinsam mit dem Sänger der Reggae-Dub-Ikonen Zion Train. NetSlovs Musik ist sehr komplex und stilistisch offen. Sie verwenden über ihrem elektronischen Fundament Elemente von HipHop, Dub, Post-Rock oder gar Psychedelica aus den Siebzigern. Oft werden sie von fernöstlichen Klängen beeinflusst. Eine passende Beschreibung ist vielleicht Ethno-Electronica.
www.snegiri.ru
   
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Kim & Buran
Kim & Buran ist die Kopfgeburt des jungen Elektronik-Künstlers Slava Zavyalov. Live wird er noch von einem Bassisten unterstützt. Zavyalov lässt sich inspirieren von sowjetischen Zeichentrickfilmen der Siebziger. So verwendet er auch keine Computer, sondern ausschließlich sowjetische Synthesizer. Kim & Buran soll Freude und Helligkeit verbreiten. Cosmic Retro, Fantasy-Romantik, elektronische Lyrik. Der Name des Albums Kosmos for Children ist Programm.
www.solnzerecords.com

   
Image Igor Vdovin
Igor Vdovin hat eine erstaunliche Entwicklung genommen. 1997 hat er gemeinsam mit Sergej Shnurov die legendäre Folk-Punk-Band Leningrad gegründet. Damals sang noch Vdovin und Shnurov spielte Bassgitarre. Nach nur einem Album verließ Vdovin die Band und begann, sich elektronischer Musik zu widmen. Sein erstes Album Light Music for Millions erschien 2001 zuerst auf einem japanischen Label. Jetzt, drei Alben später, ist Vdovin einer der meist geachteten und gefragten Elektronikmusiker Russlands. So durfte er 2005 das neue Album des russischen Superstars Zemfira produzieren.
www.snegiri.ru
   
Image DJs Krugozory
DJs Krugozory – das sind DJ Boris und DJ Georgi. Die Sphäre ihrer musikalischen Interessen reicht von House bis Lounge. Die DJs Krugozory sind die ältesten DJs Russlands und vielleicht der Welt. DJ Boris (67) hat sich die meiste Zeit seines Lebens als Wissenschaftler der Kybernetik gewidmet. DJ Georgi (66) übte verschiedene Berufe aus – vom Schweißer bis zum Kirchenwächter. In seiner DJ-freien Zeit singt DJ Georgi im Kirchenchor und spielt gern Badminton. Kennengelernt haben sich die beiden, wie sollte es anders sein, 1999 in einer Diskothek. Inzwischen sind sie in Russland berühmt, gehen auf Tournee und sind auch des Öfteren im Fernsehen und in Werbeclips zu sehen. Auf dass sie noch lange rocken mögen…
www.snegiri.ru
   
Image Snegopady
Snegopady (Schneefälle) ist das Soloprojekt des Gitarristen der Kultband Megapolis, Yuri Mazenov. Wie auch bei Megapolis wird bei Snegopady meist folkloristisch/chansonesk gesungen. Allerdings kommen hier elektronische Instrumente zum Einsatz. Musik von Erwachsenen für Erwachsene, wie Mazenov es ausdrückt. Für Café Sputnik haben wir das charmante kleine Instrumentalstück ‚Polka‘ ausgewählt. Nomen est Omen.
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Image Oleg Kostrow
Sei es bei Messer für Frau Müller, solo oder bei seinem neuesten Projekt Supersonic Future, Oleg Kostrow zählt sicher zu den wichtigsten Protagonisten der russischen Electronic-Szene. Im Gegensatz zu Gitarkin bei Messer Chups entwickelt sich Kostrow eher in Richtung Electro-Pop. Cool und produktionstechnisch auf westlichem Niveau. Unterstützt wird er hier von der bezaubernden Sängerin Juicy. Musik, für die man eigentlich einen Werbeclip drehen müsste.
http://www.kostrow.com
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Image Andrej Zuyev
Der Komponist und Produzent Zuyev komponiert und textet gewöhnlich Songs für andere. Für sein Soloalbum schrieb er deshalb „Lieder ohne Worte“ für sich selbst. Zuyev bleibt lieber im Hintergrund, obwohl er einigen sehr erfolgreichen Pop-Projekten in Russland zum richtigen Sound verholfen hat. Hier lebt er nun seine eigene, eher unkommerzielle Seite aus. Der Sound ist etwas nostalgisch und im Kopf hat der Künstler dabei europäische Filme der Sechziger. Zuyev selbst nennt dies „elektronische alternative Popmusik“.
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Image Dzuma
Dzuma ist das Baby von Vladimir Dzumkov. Zu der Band gehören auch noch ein Keyboarder, ein Gitarrist und der in Osteuropa bekannte DJ Laharry. Dzumkov ist Russe, kommt aber aus Estland. Nach diversen Stationen, u.a. in Moskau und Amsterdam, ist er nun auch wieder in Tallinn gelandet. Dzuma machen organisches Easy Listening. Sie selbst nennen es Easy-Punk. Dzumkov spielt zudem noch in der sehr erfolgreichen Rockband ‚Konez Filma‘. Doch Dzuma ist sein kompromissloses Herzensprojekt.
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Image Nezhnoye Eto
Nezhnoye Eto („Das sanfte Etwas“) machen unseriöse, verspielte Musik für große Kinder. Viele ihrer Tracks sind kleine Entwürfe. Ein Gedanke, eine Idee reingepackt, ausgedrückt – fertig. Sie selbst nennen es „Müsli-Musik“, wobei „mysly“ im Russischen auch „Gedanken“ heißt. Nezhnoye Eto machen also ein Müsli aus Samples, Stilen und Ideen, das zum Nachdenken anregen soll. Oder so ähnlich. Nezhnoye Eto entstand 1999 in der Stadt Saratov, wo Igor Melnikov Radio-Musikdirektor war. Eines Tages brachte ihm Sergej Zuzlin, damals noch Schüler, seine Demos vorbei. Gemeinsam entwickeln sie seitdem Musik in ihrem Projekt Nezhnoye Eto. Live traten die beiden allerdings nie auf. Auf dem neuen Album ist Sängerin Anetshka hinzugekommen. „A little bit of nothing“ („Parapustjakov“) ist ein kleines, leichtes, fröhliches Liedchen, das einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Siehe auch das charmante Flash-Video auf Café Sputnik.
www.snegiri.ru
   
Image Notkin
Das Projekt Notkin besteht aus einer Person – nämlich Alexej Notkin. Seine Freunde nennen ihn auch alle nur beim Nachnamen. Seit 1995 bastelt er elektronische Musik. Notkin komponiert seine Tracks alle selbst zuhause am Computer. Er sieht seine Musik als einen „Brei aus verschiedenen Stilen“, in dem sowohl für Jazz und Techno, als auch für HipHop und Lounge Platz ist. Bekannt ist Notkin auch für einige hervorragende Coverversionen von Mescherin-Tracks.
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Image Ensemble Mescherina
Das Ensemble elektromusikalischer Instrumente unter der Leitung von Vyatsheslav Mescherin entstand 1957 in der Musikredaktion des Staatlichen Rundfunks der Sowjetunion. Im Laufe von dreißig Jahren, von den Fünfzigern bis in die Achtziger war die Musik des Ensembles Mescherina fast täglich im Radio und Fernsehen, bei Hörspielen und Trickfilmen zu hören. Bis 1990 hatte das Ensemble mehr als 700 Kompositionen aufgenommen. Einige Stücke Mescherins sind inzwischen Volksgut und jedem in Russland im Ohr. Ein Beispiel hierfür ist das Stück „Auf der Hühnerfarm“, welches bei einem Teil der legendären Zeichentrickfilmserie „Hase und Wolf“ verwendet wurde. Unter anderem hat Mescherin auch eine elektronische Version der „Internationale“ aufgenommen, die vom ersten Sputnik der SU ins Weltall gebracht wurde.
Mescherin hat sich um die Entwicklung und Produktion elektronischer Musikinstrumente in der Sowjetunion verdient gemacht. Er entwickelte das Kammerton-Piano, ein elektronisches Harmonium und baute den damals in der UdSSR nicht erhältlichen Reverberator nach. Mescherin und sein Ensemble waren auf dem Gebiet der elektronischen Musik in der UdSSR in den Sechzigern mehr oder weniger die einzigen Experimentalmusiker. Umso wichtiger ist es, dass ein Teil dieser Aufnahmen vom Label Snegiri aus dem russischen Radio-Archiv wieder ausgegraben und erstmals auf CD veröffentlicht wurde. Leider konnte dies Mescherin (1923-1995) selbst nicht mehr miterleben.